System Change not Climate Change!

Gastbeitrag von Wenke von Students for Future Halle

Digitalisierung und Landwirtschaft
https://www.martin-haeusling.eu/images/Klimaschutz_kleiner_RZ_copi.pdf

In den letzten 6 Tagen haben wir auf unserem Blog versucht einige interessante Bezüge im Verhältnis von Landwirtschaft, Landnutzung, Konsumverhalten und Klimaschutz  aufzuzeigen. Viele andere politische Akteure blenden den systematischen Zusammenhang dieser vier Bestandteile aus und legen ihre Hoffnung auf die Digitalisierung. Hierbei ist die Landwirtschaft eine Vorreiterin.
Falls die Digitalisierung aber nicht als Instrument eines Systemwandels eingesetzt wird, sondern nur, um bestehende Prozesse und Fehlentwicklung zu optimieren und weniger umweltschädlich zu machen, ist sie Teil des Problems. In ihrer Broschüre „Vom Mythos der klimasmarten Landwirtschaft – oder warum weniger vom Schlechtem nicht gut ist“ von Anita Idel und Andrea Beste legen diese eine andere Betrachtung und Ausrichtung in Bezug auf die Landwirtschaft nah:
„Hingegen legen einseitige Forschungsfragen und ein verengtes Studiendesign – wie die Frage nach der Stickstoffeffizienz oder die Berechnung von Methan/kg Milch statt der Gesamtklimarelevanz der Milchproduktion – Schlussfolgerungen nahe, die für den Ressourcen- und Klimaschutz sogar kontraproduktiv wirken. Die kurzfristige Konzentration politischer Maßnahmen auf High-Tech-Methoden und End-of-Pipe-Maßnahmen blendet dabei den Systemcharakter aus, den Lösungen bei Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel zwingend beinhalten müssen.“
Wir stimmen Ihnen zu: System change not climate change!

#LeaveNoOneBehind

Für grenzenlose Solidarität – Evakuierung der Lager jetzt!

Diesem aus dem Kontext der Klimagerechtigkeitsbewegung entstandenen und Anfang der Woche veröffentlichten Appell haben sich in den letzten Tagen noch viele weitere Gruppen aus der kritischen Zivilgesellschaft angeschlossen. Gemeinsam fordern wir einen solidarischen Neustart der europäischen Asyl- und Migrationspolitik und schließen uns dem von der Seebrücke ausgerufenen Aktionstag zur Evakuierung der griechischen Lager am 5. April an. Unter dem Hashtag #LeaveNoOneBehind wollen auch wir an vielen Orten und Plätzen Spuren hinterlassen und damit zeigen „hier ist Platz“!

In Zeiten der Ausbreitung von COVID-19 ist die Gesellschaft sich einig, dass besonders geschwächte und anfällige Menschen vor einer Ansteckung geschützt werden müssen. Die Menschen, die seit Monaten oder gar Jahren unter menschenunwürdigen Umständen in den verschiedenen Flüchtlingslagern an den Grenzen Europas leben, werden dabei jedoch vergessen. Allein auf den ägäischen Inseln harren derzeit 40.000 Geflüchtete in häufig überfüllten Hotspots wie Moria aus. Wie eine kürzliche Pressemitteilung von Ärzte ohne Grenzen deutlich macht, besteht die Gefahr, dass sich das Coronavirus angesichts der mangelhaften Hygienebedingungen und der eingeschränkten medizinischen Hilfe sehr schnell unter den auf den Inseln festgesetzten Bewohner*innen der Lager verbreitet. Uns dem Appell von Ärzte ohne Grenzen anschließend, fordern wir, die Lager auf den griechischen Inseln sofort zu evakuieren und die Menschen in geeignete Unterkünfte zu bringen. Das von den Regierungen oft angebrachte Argument »fehlender Aufnahmekapazitäten« gilt nicht, denn allein in Deutschland haben sich 140 Kommunen dazu bereit erklärt, Geflüchtete aufzunehmen.

Die dramatischen Situationen auf der Insel Lesbos und in der türkisch-griechischen Grenzregion sind die Spitzen des Eisberges einer gescheiterten Asyl- und Migrationspolitik der EU. Seit Jahren schon wird über einen europäischen Verteilungsmechanismus gestritten, und trotz der unsicheren Lage von Schutzsuchenden in der Türkei will die EU weiter am Flüchtlingsdeal festhalten. Dass die Türkei kein sicheres Land für Geflüchtete ist, machen die in den letzten Jahren zugenommenen Abschiebungen und erzwungenen »freiwilligen Ausreisen« deutlich. Seit Anfang März hat auch noch Griechenland das Asylrecht für mindestens einen Monat außer Kraft gesetzt. Die dortige politische Agenda sieht Abschiebungen statt Aufnahme von Geflüchteten vor.

Wir brauchen dringend eine neue politische Grundlage für Migration und Asyl in Europa, die dem Schutz der Menschenrechte von Geflüchteten gerecht wird. Das Massensterben an den europäischen Außengrenzen muss beendet werden!

Schließlich muss auch nach Deutschland geschaut werden, wo asylsuchende Menschen in Massenunterkünften mit mehreren hundert Bewohner*innen leben. In Anbetracht des Coronavirus schließen wir uns Pro Asyl an und rufen die deutsche Regierung dazu auf, asylsuchenden Menschen sofort dezentrale, kleinere Unterkünfte anzubieten und einen sofortigen Abschiebungsstopp sowie die Freilassung von Menschen aus der Abschiebungshaft anzuordnen.

In Anlehnung an den Aufruf von Organisationen und Gruppen wie medico international, Seebrücke, borderline.europe, Pro Asyl und anderen fordern wir daher:

  • Die sofortige Evakuierung der EU-Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln
  • Die Aufnahme der Menschen in den solidarischen Städten
  • Effektive Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus für Geflüchtete überall
  • Die Beendigung des EU-Türkei-Deals
  • Einen Neustart einer menschenrechtsbasierten Außen- und Migrationspolitik mit sicheren und legalen Fluchtwegen

Überregionale Gruppen und Bündnisse

  • 350.org
  • Alle Dörfer Bleiben
  • Am Boden bleiben
  • Animal Climate Action
  • Animal Save Germany
  • ausgeco2hlt
  • Block Bayer
  • Climate Save Germany
  • Ende Gelände
  • Extinction Rebellion Deutschland
  • gerechte1komma5
  • Interventionistische Linke
  • JunepA – Junges Netzwerk für politische Aktionen
  • Sand im Getriebe
  • Tierfabriken-Widerstand

Lokale Gruppen und Vereine

  • AAA-Pödelwitz
  • AKU (Arbeitskreis Umwelt) Wiesbaden
  • AMOS Zeitschrift
  • Amos e.V. Marl
  • Animal Liberation Leipzig
  • Animal Rebellion Leipzig
  • Animal Rebellion Köln
  • Attac Celle
  • BIPoC Climate Conference Leipzig 2020
  • Bloque Latinoamericano Berlin
  • Camps for Future Ludwigsburg
  • Ende Gelände Leipzig
  • esTUTsichWAS e.V. Lennestadt
  • Extinction Rebellion Aachen
  • Extinction Rebellion Bamberg
  • Extinction Rebellion Bonn
  • Extinction Rebellion Dresden
  • Extinction Rebellion Erfurt,
  • Extinction Rebellion Frankfurt
  • Extinction Rebellion Gießen
  • Extinction Rebellion Göttingen
  • Extinction Rebellion Hannover
  • Extinction Rebellion Halle (Saale)
  • Extinction Rebellion Heidelberg
  • Extinction Rebellion Hohenlohe-Franken
  • Extinction Rebellion Jena
  • Extinction Rebellion Köln
  • Extinction Rebellion Konstanz
  • Extinction Rebellion Landau
  • Extinction Rebellion Leipzig
  • Extinction Rebellion Lübeck
  • Extinction Rebellion Mainz
  • Extinction Rebellion Nordhausen
  • Extinction Rebellion Nürnberg
  • Extinction Rebellion Thüringen
  • Extinction Rebellion Villingen-Schwenningen
  • Extinction Rebellion Weimar
  • Extinction Rebellion Wiesbaden
  • Extinction Rebellion Wuppertal
  • Forum Ökologie und Papier
  • Fossil Free Freiburg
  • Fossil Free Neuss
  • Fridays for Future Bonn
  • Fridays for Future Bremen
  • Fridays for Future Calw/Nagold
  • Fridays for Future Dessau
  • Fridays for Future Erfurt
  • Fridays for Future Frankfurt (Main)
  • Fridays for Future Halle
  • Fridays for Future Hannover
  • Fridays for Future Haan
  • Fridays for Future Herzogenaurach
  • Fridays for Future Jena
  • Fridays for Future Koblenz
  • Fridays for Future Landshut
  • Fridays for Future Leipzig
  • Fridays for Future Ludwigsburg
  • Fridays for Future Magdeburg
  • Fridays for Future Marburg
  • Fridays for Future Nürnberg
  • Fridays for Future Salzwedel
  • Fridays for Future Speyer
  • Fridays for Future Tübingen
  • Fridays for Future Weimar
  • Fridays for Future Wülfrath
  • ForFuture Bürgewald
  • Gastivists Berlin
  • Klima Aktion Thüringen
  • Klimacamp im Rheinland
  • Klimagerechtigkeit Kassel – KligK
  • Klimakollektiv Lüneburg
  • Klimakollektiv Oldenburg
  • Klimakollektiv Heidelberg
  • Klimakollektiv Karlsruhe
  • LaKunaBi
  • LeKlima aus Leipzig
  • NaturFreunde Berlin
  • RedCarpetAktivists
  • Sozialistische Jugend – die Falken in Nürnberg
  • Students for Future Bamberg
  • Students for Future Darmstadt
  • Future Frankfurt am Main
  • Students for Future Leipzig
  • Students for Future München
  • Parents for Future Celle
  • TurboKlimaKampfGruppe aus Kiel

Sind Kühe Klimakiller?

Gastbeitrag von Wenke von Students for Future Halle

https://metropolis-verlag.de/Die-Kuh-ist-kein-Klimakiller%21/1381/book.do

Gestern beschäftigte sich unser Post mit dem Zusammenhang von Landnutzung und Fleischkonsum. Sollte man deshalb aus einer Perspektive des Klimaschutzes grundlegend auf Nutztierhaltung verzichten?
Dr. Anita Idel würde diese Frage verneinen. In ihrem Buch „Die Kuh ist kein Klimakiller“ analysiert sie unter welchen Bedingungen Kühe für das Klima schädlich sind. Füttert man Kühe mit Gras, das wir nicht verdauen können oder lässt sie noch besser grasen, nutzt man Grünlandflächen und keine Ackerflächen. Grünlandflächen weisen einen höheren Humusgehalt als Ackerflächen auf. Gleichzeitig führt das Grasen der Kühe zu einem Wachstumsanreiz bei Gräsern und damit zur Bildung von mehr Biomasse. Auf der Weide düngen die Kühe das Grasland mit ihren Ausscheidungen und fördern so den Humusaufbau.


Füttert man die Kühe hingegen mit Mais, welches auf Ackerflächen angebaut wird, stellt man sie in Nahrungskonkurrenz zu Menschen und gleichzeitig ist Mais ein Fruchtfolgeglied, welches den Humusgehalt der Ackerböden reduziert. Es liegt also an menschlichen Entscheidungen, ob und unter welchen Bedingungen Kühe klimafreundlich oder klimaschädlich sind.
Wir fordern deshalb: Lasst die Kühe raus!
Anita Idel bei Zulawi:

Hoch mit dem Humus

Humus Thünen – Hoch mit dem Humus runter mit der Kohle

Gastbeitrag von Wenke von Students for Future Halle

Die Landwirtschaft ist aber nicht nur eine Verursacherin von Treibhausgasen, sondern kann auch eine Form der Lösung für die Klimakrise sein. Die Landwirtschaft ist die einzige Branche, die durch Humusaufbau erfolgreich eine für Mensch und Natur unschädliche Form von „Geoengineering“ betreiben kann. Kohlenstoff ist nicht nur in der Atmosphäre vorhanden, sondern auch in unseren Böden. In unseren Böden ist zwei bis drei Mal so viel Kohlenstoff gespeichert wie in der Atmosphäre. Deshalb gab es bei der Pariser Klimakonferenz die 4-Promille Initiative der französischen Regierung: Gelänge es den Humusgehalt der Böden unserer Erde jährlich um 4 Promille zu steigern, würde dies die gesamten Kohlenstoffdioxidemissionen eines Jahres kompensieren!
Deshalb forderten wir Ende November auf unserer Demo:
Hoch mit dem Humus – runter mit der Kohle!

Weitere Informationen und eine kritische Bewertung der 4-Promille Initiative gibt es hier vom Thünen Institut.
https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn060523.pdf

Fleischkonsum: Mein Teller ist politisch

Gastbeitrag von Wenke von Students for Future Halle

In Deutschland wird pro Kopf und Jahr 60,2kg Fleisch gegessen. Das ist zu viel:

1.) Zu viel für unsere Gesundheit. Die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ empfiehlt 300g-600g Fleisch pro Woche im Rahmen einer gesunden Ernährung. Das wären15kg-30kg pro Jahr.
https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36573/umfrage/pro-kopf-verbrauch-von-fleisch-in-deutschland-seit-2000/
https://www.boell.de/de/fleischatlas

2.) Zu viel für unseren Planeten:
Denn das Land, welches für die Fleischproduktion benutzt wird, könnte auch nachhaltiger bewirtschaftet werden.
„In der Europäischen Union liegt diese Zahl noch höher: Hier landen 60 Prozent des angebauten Getreides in den Trögen. Dieses Verfahren ist äußerst ineffizient. Für 100 Kalorien an Nutzpflanzen, die statt Menschen jetzt Tiere ernähren, erhalten wir durchschnittlich nur 17 bis 30 Kalorien als Fleisch zurück.“ https://www.boell.de/de/2015/01/08/futtermittel-viel-land-fuer-viel-vieh
Dies so beanspruchte Land könnte zum Beispiel besser für Humusaufbau, für Biodiversitätsmaßnahmen u.v.m. eingesetzt werden!

Weitere Informationen zum Zusammenhang von Fleischkonsum und Landnutzung finden sich bspw. im Fleisch- oder im Bodenatlas der Böll Stiftung:
https://www.boell.de/de/bodenatlas
https://www.boell.de/de/fleischatlas

Rossby Wellen und Dürre

Gastbeitrag von Wenke von Students for Future Halle

Die Jahr 2018 war von besonderer Trockenheit geprägt. Die Landwirtschaft und somit unsere Ernährung ist von guten Wachstumsbedingungen der Kulturpflanzen abhängig, weil Pflanze durch ihre Photosynthese, die einzigen Lebewesen auf der Landfläche sind, die aus Licht Biomasse erzeugen können. Diese verspeisen wir dann und auch unser Fleisch war mal Gras. Damit Pflanzen wachsen können brauchen diese nicht nur Licht, sondern auch Wasser. Wasser ausreichend zur Verfügung zu haben wird aber für Pflanze immer schwieriger, je wärmer es wird und je weniger es regnet.
Forscher vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung haben herausgefunden das es aufgrund von Veränderungen in der Atmosphäre häufiger zu stehenden Rossby Wellen und somit zu vermehrten Dürren auf der Nordhalbkugel kommen wird. Die Erderwärmung beeinflusst und erschwert also die Form der Lebensmittelproduktion schon jetzt.
Was es mit stehenden Rossby Wellen auf sich hat:

https://www.pik-potsdam.de/aktuelles/pressemitteilungen/archiv/2014/mehr-wetterextreme-durch-aufschaukeln-riesiger-wellen-in-der-atmosphaere

https://www.spektrum.de/video/klima-unwetter-und-wellenphysik/1466409

Agrarwende – Zukunftsfähige Landwirtschaft

Gastbeitrag von Wenke von Students for Future Halle

Landwirtschaft ist ein riesiger Kosmos. Es geht um die Produktion unserer Lebensmittel, die großen Einfluss auf unsere Umwelt, unsere Gesundheit, unser Wasser, die Biodiversität, tierethische Fragen u.v.m hat. Deshalb wollen wir in der kommenden Woche einen kurzen Blick auf diesen Kosmos werfen und aufzeigen, was sich alles in Sachen Nachhaltigkeit ändern sollte und wie die Landwirtschaft vom Klimawandel betroffen ist.
In der öffentliche Debatte fehlt es oft an Wissen über elementare landwirtschaftliche Zusammenhänge. Die Expert*innen, die Landwirt*innen, die Umweltschützer*innen bleiben unter sich und es gibt nur wenig Austausch.
Um dies zu ändern gibt es in Halle die Vorlesungsreihe `Zukunftsfähige Landwirtschaft`
https://www.landw.uni-halle.de/stud/lv-ws/zulawi/
Einige ihrer Videos kann man online nachschauen:
https://www.youtube.com/channel/UClaj4AORO4EFQwDc2GkXwPA

So widmete sich Dr. Benjamin Leon Bodirsky dem Zusammenhang von Landwirtschaft, Ernährung und Klimawandel:

Hört auf die Wissenschaft!

Gastbeitrag von Students for Future Halle

Wenn wir sagen „Wir hören auf die Wissenschaft“ fordern wir die Politik auf, die wissenschaftlichen Erkenntnisse ernst zu nehmen und in politische Maßnahmen umzusetzen. Aber was macht „Wissenschaft“ eigentlich aus?

„Die Wissenschaft“ findet nicht, wie manchmal gedacht, im luftleeren Raum statt – und auch nicht allein im Elfenbeinturm. Auch wenn sie Neutralität anstrebt, kann diese nie vollkommen erreicht werden. So sind die Maßstäbe nach denen wissenschaftlich gearbeitet wird auch immer ein Eingeständnis der eigenen Fehlbarkeit. Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen die eigene Vorgehensweise nachvollziehbar offenlegen können. Dabei ist es wichtig, sich der Grundlage der eigenen Forschung bewusst zu sein. Das heißt: die wichtigsten Erkenntnisse und Forschungsgrundlagen des eigenen Themengebietes zu kennen und zu nennen, wenn sich auf diese bezogen wird. Die Erkenntnisse des menschengemachten Klimawandels wurden in den letzten Jahrzehnten überprüft, immer wieder angezweifelt und dann erneut bestätigt. Das nennt man wissenschaftliches Arbeiten.
Auch wenn einzelne Fehler und auf jeden Fall Unsicherheiten einzelner Ergebnisse immer eine Möglichkeit sind – wie in allen anderen Aspekten des Lebens – ist es wichtig, bestimmte Erkenntnisse nach erfolgter Überprüfung als Tatsachen anzunehmen und ihnen entsprechend zu handeln. 99,8% der Klimatolog*innen, also Wissenschaftler*innen, die sich seit Jahrzehnten mit dem Verhalten des Klimas auseinandersetzen, sind sich einig darüber, dass der menschengemachte Klimawandel verheerende Folgen für unseren Planeten, unsere Umwelt und auch auf uns Menschen haben wird. Ebenfalls herrscht sehr große Einigkeit darüber, dass die Zeit ausläuft und nur noch wenige Jahre bleiben, bis die entstehenden Schäden nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Und deshalb unser Appell und die Politik aber auch an die Zivilgesellschaft: Schaut auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse sie machen es notwendig, jetzt Konsequenzen aus ihnen zu ziehen und zu handeln!

Wir brauchen den Wechsel!

Gastbeitrag von XR Halle

Liebe Leute von Fridays for Future,
Ich bin Silke und neben XR Halle schon einige Jahre bei Attac aktiv. Mein Einstiegsthema war die Kernkraft. Auch da ging es schon um die Energiewende und auch da wurde erzählt, der Umstieg auf regenerative Energien sei nicht möglich. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg dort hin ist die dezentrale Energieversorgung mit Bürger*Innenbeteiligung. Ein super Beispiel, dass dies möglich ist, sind die Energiewerke Schönau, auch die Schönauer Stromrebellen genannt. Nach dem Supergau von Tschernobyl 1986 waren viele Menschen schockiert und wollten aus der gefährliche Kernenergie aussteigen. Teile der Schönauer Bevölkerung wollten dabei nicht auf Politiker und Energieversorger warten. Den Stromrebellen war klar geworden, dass eine ökologische Stromversorgung nur dann entstehen kann, wenn sie ihre Stromversorgung selbst in die Hand nehmen, sprich das örtliche Stromnetz übernehmen.
Der 2007 erschienene einstündige Dokumentarfilm “Das Schönauer Gefühl“ schildert die außergewöhnliche Geschichte der Schönauer Stromrebellen von Tschernobyl bis zum zehnjährigen Jahrestag der Stromnetzübernahme. Er soll andere Menschen und Initiativen über die Initiative informieren und zu bürgerschaftlichem Engagement motivieren.
https://www.ews-schoenau.de/ews/geschichte/
An den Stadtwerken Halle ist kein Energiekonzern beteiligt. Da sollte es möglich sein, ins Gespräch darüber zu kommen, wie wir eine wirkliche Energiewende hin bekommen. Dazu muss man auch einige Zusammenhänge zum bestehenden Wirtschaftssystem verstehen. Denn das ständige Wachstum auf einem begrenzten Planeten ist nicht möglich. Also muss auch die Wirtschaft umgebaut werden. Viel Energie müsste gar nicht erst erzeugt werden. Schaut euch nur die Nutzungsdauer von Produkten an. Die wird immer kürzer. Was ist das für eine Ressourcenverschwendung? Das ist schon ein anderes Thema. Aber ich denke, wenn wir schauen, wo alles Energie eingespart werden kann, sind wir der Erreichung von 100% Energieversorgung durch regenerative Energie ein ganzes Stück näher. Die ökologischste Energie ist die, die gar nicht erst erzeugt werden muss.

Im Jahr 2020 soll ein neues Kohlekraftwerk ans Netz gehen. Das ist eine Katastrophe. Wir werden das nicht still hinnehmen, sondern lautstark deutlich machen: DATTELN IV – NICHT MIT MIR!!!
Auch in Zeiten von Covid-19 ist es wichtig der Politik zu zeigen, so kann es nicht weitergehen. Außerdem darf es nicht sein, dass Klimaschutz und Menschenleben retten in Griechenland für Politiker*innen plötzlich keine Bedeutung mehr haben. Corona ist aktuell das dringendste Thema, jedoch dürfen wir die langfristigen Krisen nicht aus den Augen verlieren und müssen auch dort schnelle und engagierte Lösungen finden.