Seenotrettung jetzt!

Gastbeitrag von Seebrücke Halle

Die Corona-Krise hat in uns allen ein Gefühl der Solidarität erweckt. Wir alle fühlen mit. Wir versuchen das Leiden der Kranken nachzuvollziehen; wie es sich anfühlen muss, hilflos nach Luft zu schnappen. Es wurden in kürzester Zeit, Ressourcen, Kapital und gesellschaftliches Engagement zur Bewältigung der Krise mobilisiert.
Dass seit Jahren Menschen bei der Überquerung des Mittelmeeres auf der Flucht vor Dürre, Krieg, Verfolgung oder Elend ertrinken – im Wasser ersticken – bleibt vergessen. Die Welt – Europa, Deutschland – wendet sich der Krise mit freundlichem Antlitz zu. Das Ertrinken geht derweil weiter – lautlos. Bereits im letzten Jahr 2019 fanden mindestens 1327 Menschen bei der Überfahrt den Tod oder sind verschollen. Und auch in diesem Jahr mussten bereits wieder hunderte Menschen ihr Leben lassen.

Die privaten Organisationen zur Seenotrettung wie Sea-Watch, SOS Méditerraneé, Sea-Eye und viele andere konnten dabei durch ihren mutigen Einsatz den Tod vieler weiterer Menschen verhindern. Gleichzeitig wird private Seenotrettung jedoch behindert und kriminalisiert, vor Ort und in der Zivilgesellschaft.

Es ist daher wichtiger denn je, dass NGOs zur Seenotrettung bei ihrer wichtigen Arbeit unterstützt werden. Seenotrettung bleibt aber Aufgabe der Mitgliedstaaten und der Europäische Union. Daher ist auch ein Einsatz für staatliche Seenotrettung notwendig.

Unsere Solidarität muss sich ausweiten. Gerade in den Zeiten der Krise schärft sich unser Mitgefühl. Gerade jetzt dürfen wir nicht wegsehen.
Empathie und Solidarität sind grenzenlos. Sie enden weder hinter der städtischen Klinik noch an nationalen Grenzen.

Seenotrettung, jetzt!

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