5 Jahre Pariser Klimaabkommen

Anlässlich des fünfjährigen Bestehens des Pariser Klimaabkommens finden am 11. Dezember weltweit Fridays for Future Proteste statt. Unter dem Motto #FightFor1Point5 organisiert auch die Gruppe Fridays For Future Halle am Abend des 11. Dezember 2020 um 19:15 Uhr eine Geburtstagsaktion für das Klimaabkommen auf dem Marktplatz. Während das Übereinkommen von Paris theoretisch großer Grund zum feiern ist, lässt bedauerlicherweise die tatsächliche Umsetzung der dort festgeschriebenen Ziele stark zu wünschen übrig. Aufgrund der aktuellen Situation werden wir mit Kerzen, statt mit einer großen Demo ein Zeichen dafür setzen, dass die Verpflichtungen aus dem Abkommen nicht vergessen werden dürfen.

Gemeinsam werden Aktivist*innen auf der ganzen Welt an diesem Tag sowohl mit unterschiedlichen coronakonformen Aktionen als auch online auf das globale Scheitern der bisherigen Bemühungen die Klimakrise einzudämmen aufmerksam machen. Sie fordern die Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze und eine Klimapolitik, die die bereits heute am stärksten von der Klimakrise betroffenen Regionen und Menschen in den Vordergrund rückt. Der Sonderbericht des Weltklimarats von 2018 zeigt den verheerenden Unterschied zwischen 1,5 und 2 Grad durchschnittlicher Erwärmung auf. Dementsprechend stellen sich Umwelt- und Menschenrechtsverbände hinter die 1,5-Grad-Grenze, da nur mitderen Einhaltung die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen gesichertwerden können.

„Meine Heimat, die Philippinen, wurden von Taifun nach Taifun getroffen. Der Kampf für 1,5 Grad ist existenziell für mein Überleben hier und das so vielerMenschen im globalen Süden. Wir wurden unterdrückt und ignoriert, aber wir werden niemals aufgeben. Menschen auf der ganzen Welt geben das Versprechen, weiter für die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels zu kämpfen, denn in den nächsten fünf Jahre muss sich so vieles ändern. Die nächsten fünf Jahredürfen klimapolitisch nicht so aussehen wie die vergangenen fünf Jahre“, sagt Mitzi Jonelle Tan, Aktivistin von den Philippinen.

Der Anlass der Proteste am 11. Dezember 2020 ist das fünfjährige Bestehen des Pariser Klimaabkommen am 12. Dezember 2020. An diesem Tag unterzeichneten, im Jahr 2015, 195 Staaten in Paris das größte bisherige Klimaabkommen. Durch dieses Abkommen verpflichten sich die Staaten die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad, wenn möglich 1,5 Gradzu begrenzen, um unumkehrbare Effekte durch das Überschreiten sogenannter „Kipppunkte“ im Klimasystem sicher zu verhindern. Im Rahmen dessen stellen die Staaten ihre Klimaziele vor, die alle fünf Jahre überprüft werden. Auch 2020 hielten nur wenige Länder ihre selbst festgelegten, oftmals unzureichenden Reduktionsziele ein. Das hat zur Folge, dass unsere Lebensgrundlage in der Luft steht. Um einem weiteren schlechten Verlauf entgegenzuwirken, fordern wir die Politik auf, jetzt zu handeln und sich klar zur Wissenschaft zu bekennen.

Weiterhin berät der Europäische Rat am 11. Dezember über das neue CO2-Reduktionsziel der Europäischen Union bis 2030. Dieser sieht eine Reduktion von 50-55% vor. Das Europäische Parlament hatte sich zuletzt im Oktober für ein Reduktionsziel in der Höhe von 60% ausgesprochen. Nach Wissenschaftlichen Grundlagen, sind mindestens 80% erforderlich, daher bieten diese Verhandlungen einen perfekten Zeitpunkt um sich für Paris einzusetzten und einen weiteren Schritt in die falsche Richtung zu vermeiden.

Schon seit der Gründung setzt die Fridays for Future Bewegung sich für Klimagerechtigkeit und für die Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze ein. In Deutschland fordert sie unter anderem Klimaneutralität bis 2035, sowie einen beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien mit vollständig klimaneutraler Energieversorgung ab 2035.

Das Vertrauen in die Politiker*innen sinkt weiter, so äußert sich auch Disha Ravi aus Indien:

„Ich habe keine Hoffnungen mehr in unsere Regierungen, deren Ignoranz für die Bedürfnisse der Menschen uns wieder und wieder in Gefahr bringt. Meine einzige Hoffnung liegt bei der Jugend: Wir werden uns zusammenschließen und eine gerechte und lebenswerte Zukunft erkämpfen.“

Wenn die Politik die Jugend also nicht verlieren möchte und sich zu unserer Zukunft bekämpft, müssen Sie jetzt handeln und nicht weiter maßgebliche Entscheidungen vertagen.

Um diese Botschaft noch einmal klar zu zeigen, laden wir alle ein vorbei zu schauen, haltet aber viel Abstand zu anderen Personen und denkt an die Maskenpflicht in der Innenstadt! Wenn ihr nicht kommen könnt, untersützt gerne unsere Online Aktionen!

LuWu frei(t)räumen

LuWu Frei-Träumen, LuWu Freiräumen: Freitag, 25.9.2020, 15:00 – 20:00 Straßenfest, Demo (FFF und ADFC Halle/Saale)

Die Ludwig-Wucherer-Straße ist geprägt vom Spannungsfeld zwischen einerseits wichtigem städtischem Lebensraum mit Restaurants, Lebensmittel- und anderen Geschäften und andererseits wichtigem Verkehrsraum für alle halleschen Verkehrsarten. An vielen Frühlingsabenden ist dort viel mehr Leben als auf dem Boulevard oder dem Markt.

Am Freitag, dem 25.9.2020, wollen Fridays for Future und der ADFC Halle/Saale praktisch ausprobieren und erfahrbar machen, wie wertvoll dieser Straßenraum ist. Es geht dabei um eine Mischung aus politischer Demonstration, Straßenfest, Diskussionen, Vorträgen, praktischem Ausprobieren. Die Demonstrationen beschränken sich auf die Fahrbahn Richtung Nordwesten (Reileck). Wir als Fridays for Future fordern seit vielen Monaten die Verkehrswende. Die LuWu liegt am Rand der Innenstadt, die autofrei werden soll. Wie sich die Mobilität in der Stadt auf die verschiedenen Verkehrsmittel verteilt, hängt sehr von deren jeweiliger Attraktivität ab, also auch von der Verteilung von Platz und Investitionen, mit der Sicherheit an Kreuzungen, mit der Geschwindigkeit.

Das große Straßenbahnnetz bietet Halle eine gute Ausgangsposition. Aber nur im Verbund mit den anderen emissionsarmen Verkehrsmitteln (Wege zu Fuß, per Rad, im ÖPNV oder per Carsharing) kann der energieintensive Kraftverkehr schnell genug reduziert werden. Die notwendigen Emissionsreduktionen, um das 1,5 Grad Ziel einzuhalten, sind nur mit einer starken Verlagerung weg vom Kraftverkehr hin zum Umweltverbund möglich.

Der ADFC fordert bundesweit „Mehr Platz für’s Rad“. Die LuWu ist gleichzeitig eine der Hauptstrecken des halleschen Radverkehrs und Unfallschwerpunkt. Weil der aktuelle Zustand eindeutig (amtlich bestätigt) nicht regelkonform ist, wird eine bessere und sicherere Verkehrsführung gefordert: Tempolimit von 30 km/h, Möglichkeit der Fahrbahnnutzung, bessere Sichtbeziehungen an den Kreuzungen (Kreuzungsbereiche freihalten), vorgezogene Aufstellflächen vor den Ampeln. Insbesondere ab dem Bäcker Wendt Richtung Edeka sind die Zustände für Rad- und Fußverkehr eine Zumutung, aber auch an anderen Stellen behindern Parkflächen Fußgänger und Geschäfte (zum Beispiel am Eisdealer) – diese Demonstration findet im oberen Teil vom „Evergreen“ bis zur Goethestraße statt.

Der FFF- Teil ist eher im Bereich des Eisdealers bis zur Buchhandlung “heiter bis wolkig” und bietet eine Vielfalt aus Musik, Informationen zum Verkehr, Spiel und Spaß für Kinder, Vorträgen und Diskussionen. Falls Sie oder Ihr dort etwas einbringen wollt, einen Infostand oder einen Diskussionstisch, eine Rede oder ein Rezept, wie man leckeres Essen aus pflanzlichen Zutaten zaubert, einen Plan für das hallesche Parkplatzproblem oder das Radwegenetz, oder die Perspektive von Menschen, die auf das Auto angewiesen sind, können Sie sich zur Koordination gern melden bei Frei.T.Raeumen@fff-halle.de

Oder Sie oder Ihr kommt einfach vorbei, bringt gute Laune und eine Tasse oder einen wiederverwendbaren Becher mit, einen Teller und Besteck, vor allem aber Neugierde und Offenheit.

#KeinGradWeiter: Globaler Klimastreik am 25. September 2020

Weltweit brennen die Wälder, in Kalifornien sind so große Waldflächen verbrannt[1] wie seit Jahrtausenden nicht, der Himmel war großflächig orange. Marsstimmung.

In Sibirien taut der Permafrost und im tiefen Boden aufploppendes Methan reißt explosionsartig riesige und tiefe Krater auf[2], immer mehr “Tore zur Unterwelt”. Und auch dort brennen die Wälder. Im Polarkreis an der Küste des sibirischen Polarmeers waren 37 Grad Hitze, Tropennächte mit über 20 Grad Lufttemperatur, eine Hitzewelle über mehrere Monate. In den USA ist innerhalb von 2 Tagen aus einer Hitzewelle mit über 30 Grad der Winter mit Schnee und Minusgraden hereingebrochen.

Willkommen im neuen Jahrzehnt.

Also das neue Normal? Nein, so lange wir weiter Kohle, Erdöl und Erdgas verfeuern, wird es mit jeder Tonne schlimmer und schlimmer. Wir katapultieren uns aus dem Holozän heraus, aus dem Erdzeitalter, in dem die menschliche Zivilisation entstand und aufblühte, in dem Ackerbau und Viehzucht möglich wurden.

Wollen wir das?

KEIN GRAD WEITER!

Um diese Entwicklung[3] zu stoppen, können wir nicht auf die Vernunft der Politiker*innen hoffen. Das ist spätestens mit den letzten 100 Wochen Klimastreik der Jugend klar geworden. Schöne Worte gab es viele, aber Taten fehlen.
Warum dann überhaupt noch demonstrieren?
Weil wir keine Alternative haben, als der Politik weiter und immer mehr Druck zu machen. Unsere Zukunft ist nicht verhandelbar, das Klima macht keine Kompromisse!
In Halle gibt es am 25.9. ein Konzert, eine Demo, und ein großes Klima-Straßenfest in der LuWu. Um uns alle zu Schützen, findet der Protesr Corona-sicher statt, bringt Mundschutz mit und haltet Abstand.

Um der Politik so richtig Druck zu machen brauchen viele Menschen, also erzählt allen davon, von euren Großeltern bis zu allen Menschen auf der Straße, erzählt Ihnen vom Streik und bringt sie mit!

Quellennachweise

[1] https://www.sfchronicle.com/california-wildfires/article/The-day-the-sun-didn-t-come-up-People-in-15554470.php?utm_campaign=CMS%20Sharing%20Tools%20(Premium)&utm_source=t.co&utm_medium=referral

[2] https://siberiantimes.com/other/others/news/giant-new-50-metre-deep-crater-opens-up-in-arctic-tundra/

[3] https://www.helmholtz-klima.de/aktuelles/klimawissen-aktuell-neues-faktenpapier-erschienen

Nächste Demo 10.07. 14 Uhr

Am Freitag hat die „GroßeKohleKoalition“ das Kohleaussteigsgesetz verabschiedet. Dieses hat seinen Namen nicht verdient, sondern sollte eher Kohleverlängerungsgesetz heißen. Denn entgegen der Forderungen der Klimabewegung und der Wissenschaft will die Bundesregierung erst 2038 aus der Kohle aussteigen und hat dies jetzt im Gesetz verankert.

Das ist nicht hinnehmbar und ein Schlag ins Gesicht der Millionen Menschen, die seit Jahren auf die Straße gehen und einen Ausstieg aus der Kohle fordern. Diese Verabschiedung zeigt uns, dass die GroKo weiterhin die Jugend ignoriert und die Konzerninteressen über die Zukunft stellt.

Dieses katastrophale Gesetz macht es nahezu unmöglich das Pariser Klimaabkommen einzuhalten. Im Gesetz sind neben einem Abschaltplan auch Entschädigungen in Milliardenhöhen für die klimaschädlichen Unternehmen, die Kohlekraftwerke betreiben, vorgesehen. Ohne die staatlichen Anreize wären einige der Kraftwerke bereits sehr viel früher vom Netz gegangen, da diese alt und unwirtschaftlich sind. Durch das Kohlegesetz wird zwanghaft an der Kohle festgehalten.

Für uns ist das nicht tragbar, deshalb werden wir weiter ungemütlich sein, um endlich Maßnahmen für eine ökologische und gerechtere Zukunft umzusetzen.  Klimagerechtigkeit ist für Fridays for Future schon länger ein Thema, jedoch spielen soziale Themen immer nur eine Nebenrolle, obwohl die Klimakrise ein soziales Problem ist. 

Aus diesem Grund werden wir am 10.07. gemeinsam mit vielen anderen engagierten Menschen und Gruppen aus Halle auf die Straße gehen, um für soziale Gerechtigkeit und globale Klimagerechtigkeit zu demonstrieren. Die Klimakrise ist in vielen Aspekten eine soziale Krise, da sie unterdrückte Menschen mehr trifft, vorhandene Krisen verstärkt und Ausbeutungen und Vertreibungen ausweitet.

Auch gesundheitliche Folgen werden zu einer Krise führen. Hinzu kommt, dass viele Menschen, obwohl sie wenig zur Klimaerwärmung beitragen, stärker von der Krise betroffen sind und teilweise jetzt schon oder in Zukunft ihre Heimat verlassen müssen.
In diesem Jahrhundert wird es hunderte Millionen Klimaflüchtlinge geben, wodurch eine starke soziale Krise folgen wird. Für klimaschädliche Industrien werden im globalen Süden Menschen ausgebeutet und vertrieben, um für europäische Konzerne Profite zu erzielen. Das muss ein Ende haben. Menschenrechte müssen endlich über Profite gestellt werden. Viele unterschiedliche Aspekte spielen in diesem sehr breiten Thema eine Rolle und werden auf unserer Demo einen Raum finden.


Die Klimakrise ist eine soziale Krise - soziale Ungerechtigkeiten bekämpfen. Klimagerechtigkeit jetzt.

Dafür demonstrieren wir am 10.07. ab 14 Uhr auf dem Hallmarkt. Anschließend werden wir über eine Route durch die Innenstadt ziehen. Kommt gerne vorbei und leistet euren Beitrag für eine nachhaltigere Zukunft.

Bitte achtet auf Abstände und das tragen einer Mund-Nasenschutz-Bedeckung, denn die Pandemie ist noch nicht vorbei!

KohleEINstiegsgesetz verhindern

Am 03. Juli 2020 steht im Bundestag das Kohleausstiegsgesetz auf der Tagesordnung. Das Gesetz soll die Empfehlung der 2018 eingesetzten Kohle-Kommission umsetzen. In diesem mit Intransparenz und Lobbyismus durchzogenen Prozess wurde sich auf das Abschalten aller Kohlekraftwerke bis 2038 geeinigt.
Um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen und nicht radikale Umweltveränderungen loszutreten, müssen wir unsere gesamten (Netto-)Emissionen bis spätestens 2035 auf null senken. Von anderen C02-Schleudern ganz zu schweigen, ist schon allein deshalb 2038 viel zu spät.
Außerdem sieht das Gesetz vor, die abgeschalteten Kapazitäten durch neue fossile Gaskraftwerke zu ersetzen. Das nimmt Raum, der von erneuerbaren Energien gefüllt werden könnte.
Außerdem ist geplant die Kraftwerksbetreiber mit 4,3 Mrd. Euro zu entschädigen, für zumeist uralte Kraftwerke, welche sowieso bald unrentabel und von selbst vom Netz gegangen wären.
Dadurch wirkt es nicht wie Kohleausstiegs-, sondern wie ein Kohleverlängerungsgesetz. Das viele Geld für alte Kraftwerke sollte man lieber den Menschen geben, die ihre Arbeit verlieren und den Strukturwandel befördern.

Kohleausstieg 2038 bedeutet, dass weitere 18 Jahre lang Dörfer verschwinden, Menschen ihre Heimat verlassen müssen und weiterhin Wälder Tagebaugruben weichen. Außerdem werden weitere 18 Jahre Quecksilber und viele weitere Schadstoffe aus den Kohlemeilern die Gesundheit von Menschen verschlechtern und Deutschland wird auch zukünftig auf irrsinnige Kohleimporte aus Russland, Kolumbien und Australien angewiesen sein.
Deshalb fordern wir einen Kohleausstieg bis spätestens 2030, wie es andere europäische Saaten vormachen. Zusätzlich zum Ausstieg brauchen wir einen Einstieg in erneuerbare Energien in Form einer massive Förderungen, um Solar- und Windenergie ausreichend ausbauen zu können. Denn statt Kohle Gas zu verbrennen, ist keine Alternative, wenn man den Planeten erhalten will, wie wir ihn kennen.
Etwas zu tun ist nicht schwer. Redet darüber mit Freunden oder eurer Familie davon und schreibt einen Nachricht an euren Abgeordneten oder Abgeordnete. Helft mit Zukunft zu gestalten. Schließt euch den zahlreichen Protesten gegen das Kohlegesetz an und kommt am Freitag, den 03.06., um 17 Uhr auf den Marktplatz zu unserer Fahrraddemo und schließt euch anschließend der Critical Mass an.

Kohleausstieg im europäischen Vergleich:

2022: Frankreich, Schweden

2025: Österreich, Irland, Italien, Großbritannien

2029: Finnland, Niederlande

2030: Dänemark, Portugal, Spanien

2038: Deutschland

Antirassismus und System Change

Leider sind rassistische Gewalttaten und Morde in der Polizei Alltag. Auch im alltäglichen Leben werden äußerliche Merkmale zum Anhaltspunkt schärferer Kontrollen. Dies alles zeigt, dass der Rassismus ein strukturelles Problem ist. Die Klimakrise hat ihren Ursprung in kolonialistischen Strukturen und ausbeuterischen Industrien, die gleichen Wurzeln wie auch beim Rassismus. Klimagerechtigkeit heißt die Klimakrise als soziales Problem zu begreifen und es auch als solches bekämpfen. Für uns sind weltweite Solidarität und Antirassismus Grundlagen unseres Aktivismus. Aus diesen Gründen stellen wir uns deutlich gegen rassistische Polizeigewalt und solidarisieren uns mit den weltweiten Antirassismus und #BlackLivesMatter Protesten.

Doch nicht nur das: Aktivist*innen, die sich mit ihren Körpern gegen eine zukunftsschädigende Industrie stellen, werden vom Verfassungsschutz als linksextrem eingestuft, weil sie Kritik am bestehenden System üben. Doch viele Beispiele zeigen: Diese Kritik ist berechtigt. Ein #SystemChangeNotClimateChange ist notwendig, um effizienten Klimaschutz und globale Klimagerechtigkeit zu erreichen.

Wir zeigen uns solidarisch mit Ende Gelände und kämpfen gemeinsam mit ihnen für eine lebenswerte Zukunft und eine gerechtere Gesellschaft. Eure Blockaden sind ein wichtiges Mittel, um die Politik wachzurütteln und bleiben weiterhin notwendig. Das Kohlegesetz zeigt, dass wir dringend einen Wandel brauchen. Die Zukunft ist nicht verhandelbar – Klimagerechtigkeit jetzt!

Antifaschismus und Antirassismus

Statement der Ortsgruppen Sachsen-Anhalts

Die Ortsgruppen des Landes Sachsen-Anhalt bezeichnen sich mithilfe dieses Schreibens als antirassistisch und antifaschistisch. In einer modernen, aufgeklärten Gesellschaft ist es für uns nicht tragbar, dass immer noch Menschen Opfer von Rassismus und Faschismus werden, dass Menschen andere umbringen, weil sie aus einem anderen Land sind und andere ethnische Hintergründe haben.

In Deutschland werden immer noch Menschen mit Migrationshintergrund verfolgt und als „andersartig“ oder automatisch „gefährlicher“ bezeichnet. Das ist etwas, dass unter keinen Umständen akzeptiert werden kann und sollte. Als Ortsgruppen einer Klimagerechtigkeitsbewegung ist die Charakterisierung als antirassistisch und antifaschistisch schon gegeben, mit diesem Statement wollen wir das aber noch einmal in aller Deutlichkeit klar machen. Als Ortsgruppen werden wir es uns in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten, Jahren unser aktivistischen Arbeit zur Aufgabe machen für Antirassismus und Antifaschismus einzustehen, dafür zu demonstrieren, dafür zu kämpfen.

Wir werden uns in aller Härte für Gleichberechtigung einsetzen und Ereignisse jeglicher Art mit rassistischen oder faschistischen Hintergrund verurteilen und uns für die Gerechtigkeit einsetzen.

In diesen Zeiten, in denen noch immer rassistisch/ faschistisch motivierte Morde, hier und in der Welt, begangen werden und eine klar rassistische Partei an Größe gewinnt können wir nicht wegsehen, sondern müssen uns klar positionieren.

~ die Ortsgruppen des Landes Sachsen Anhalt

Rückblick Demowochenende

Am Wochenende fanden viele Aktionen statt, an denen sich Fridays for Future Halle beteiligte. Hier eine kleine Zusammenfassung mit schönen Fotos.

12.06. Klimagerechtigkeit jetzt!

Am Freitag haben wir auf unserer Kundgebung lautstark für einen System Change not Climate Change demonstriert. Dabei wurde das Klimaschutzkonzept der Stadt kritisiert, auf die kritische Lage der Geflüchteten in Malta und Griechenland aufmerksam gemacht und globale Klimagerechtigkeit eingefordert. Ab 15 Uhr gab es auf dem Hallmarkt spannende Redebeiträge, Musik, Sprüche, sehr gute Stimmung und sogar einen Live-Rap.
Vielen Dank an die über 300 Teilnehmer*innen und die viele Unterstützung von lokalen Akteur*innen, wie der Seebrücke Halle.
Gemeinsam sind wir laut für eine klimagerechte Zukunft, mit einer solidarischen und gerechten Welt.

13.06. Bitterfeld gegen Rassismus

Die Black Lives Matter Proteste haben seit mehreren Wochen nun auch Deutschland erreicht. Auch in Sachsen-Anhalt fanden einige Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt statt. So auch in Bitterfeld. Es ist besonders wichtig kleine Städte zu unterstützen, um auch dort die Botschaften für eine gerechte Gesellschaft zu verbreiten. Aus diesem Grund hat Fridays for Future sich an der Organisation einer Demo gegen Rassismus in Bitterfeld beteiligt und zu ihr mobilisiert.
Mit 70 Menschen und sehr emotionaler Stimmung konnte ein deutliches Zeichen in der Kleinstadt gesetzt werden.
Auch die lokalen rassistischen Morde der Polizei sind nicht vergessen!

13.06. BlackLivesMatter

Am Nachmittag beteiligten sich in Halle 500 Menschen an einer Demo gegen Rassismus. Viele Reden und eine Schweigeminute zeigten, dass Rassismus für BPoCs in Deutschland eine enorme Gefahr darstellt. Wir als Klimagerechtigkeitsbewegung zeigen uns solidarisch mit den Protesten in den USA und auch hier in Deutschland. Struktureller Rassismus ist auch in der deutschen Polizei ein Problem.
Lasst uns gemeinsam dagegen ankämpfen.

Fast Fashion

In diesem Beitrag soll es um „Fast Fashion” gehen, was der Begriff überhaupt bedeutet, warum „Fast Fashion” problematisch ist und welche Alternativen es gibt.

„Fast Fashion“ hat seit dem Jahr 2000 durch Modemarken wie H&M und Zara an Fahrt aufgenommen. Durch ständig wechselnde Angebote billigster Kleidungstücke in bis zu 24 Kollektionen pro Jahr wurde die Nachfrage nach Mode extrem angekurbelt.

Inzwischen kauft der durchschnittliche Deutsche etwa ​60 Kleidungsstücke pro Jahr und Person​ (nur Oberbekleidung). Dabei ist wenigen Menschen tatsächlich bewusst, welche Schäden die Herstellung dieser Kleidung verursacht. ​So wird 90 % der Mode im nichteuropäischen Ausland hergestellt und legt bei der Herstellung teilweise eine Strecke von 20 000 km zurück.

Mehr als ​70 % der Textilfasern bestehen aus Kunststoff. ​Durch Abrieb bei der Produktion und dem Gebrauch entsteht zudem Mikroplastik, das in Flüsse, Seen und Meere gelangt und eine Gefahr für Tiere, aber auch für die menschliche Gesundheit darstellt.

Die globale Textil- und Schuhindustrie verursacht ​acht Prozent der weltweiten Treibhaus-Emissionen.

Die in herkömmlichen Textilien verarbeitete konventionelle Baumwolle wird unter einem hohen Wasser- und Energieverbrauch angebaut. So werden für 1 kg Baumwolle bis zu 200 Badewannenfüllungen Wasser verbraucht.

Konventionelle Baumwollfelder werden intensiv mit Stickstoff gedüngt. Das führt zu starken Emissionen von ​Lachgas​ (NOx), welches einen ​298mal stärkeren Treibhauseffekt als CO2 ​hat.

Beim Anbau von konventioneller Baumwolle werden ​25 % der weltweit zum Einsatz kommenden Pestizide ​verspritzt. Hinzu werden z.T. hochgiftige Chemikalien bei der Textilveredlung (Färben, Oberflächenbehandlung) verwendet. Auf ein 1 kg Kleidung kommen hierfür 1 kg Chemikalien.

Neben den Umweltschäden werden bei der Textilproduktion die Menschenrechte in den Herstellerländern mit Füßen getreten. Die Arbeiter*innen sind Pestiziden und Chemikalien oft ohne jeden Arbeitsschutz ausgesetzt, die Fabrikhallen sind oft in marodem Zustand.

Die ArbeiterInnen arbeiten teils mehr als 12 h am Tag und können trotz des Risikos für Leib und Leben von ihrem Lohn kaum leben.

Billig und viel Kleidung kaufen, kurz tragen und schnell wegwerfen- das ist Fast Fashion.

Der Großteil unserer Kleidung kommt aus Ostasien, Lateinamerika und Osteuropa. Wenn Bekleidung auch in verschiedenen Erdteilen produziert wird, so ähnelt sich eins: Menschenrechts-, Sozial- und Sicherheitsstandards werden missachtet, obwohl das gegen internationale Verpflichtungen und gegen bestehende Selbstauflagen der Handelshäuser, ihre Verhaltenskodizes, verstößt.

Spätestens seit dem ​Einsturz des Fabrikgebäudes in Rana Plaza in Bangladesh im Jahr 2013 mit 1243 Toten​ kennt jeder die Probleme billig hergestellter Kleidung. Geändert hat sich seitdem kaum etwas. Großkonzerne wie Aldi, Adidas, Primark, H & M, Boss, Zara oder Kik wollen sich nicht auf faire Produktionsbedingungen festlegen.

Für uns als Verbraucher*innen bedeutet das: wer möglichst viel und billig (Fast Fashion) einkauft, finanziert ausbeuterische Arbeitsverhältnisse, ungerechte Handelsstrukturen, den Einsatz von giftigen Chemikalien ohne ausreichenden Arbeitsschutz, ausbeuterische Kinderarbeit und ökologische Schäden gleich mit.

Daher ist es wichtig, einen neuen Modetrend zu setzen ​„Slow Fashion“ statt „Fast Fashion“​! Slow Fashion bedeutet z.B. langlebige, ökologisch und fair produzierte Kleidung zu kaufen. Hier gibt es Label auf die man achten sollte:

Inititative Lieferkettengesetz

Zahlreiche NGO fordern einen verbindlichen gesetzlichen Rahmen, der alle Unternehmen verpflichtet, ihre Produktionskette zu kontrollieren. Unternehmen, die gegen Arbeitsrecht oder Umweltstandards verstoßen, sollten dafür haften. Geschädigte müssen auch vor deutschen Gerichten ihre Rechte einklagen können.https://lieferkettengesetz.de/page2image1634848

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Der „Grüne Knopf“

ist ein staatliches Textilsiegel, das Unternehmen verwenden dürfen, die soziale und ökologische Standards in ihrer Produktion einhalten. Viele NGO befürworten die Intention, kritisieren aber deutlich, dass es bisher ​keine verbindlichen staatlichen Kontrollen gibt und sich nicht alle Textilunternehmen zertifizieren lassen müssen.

https://www.gruener-knopf.de/

Es gibt in Halle einige Läden, die sozial und ökologisch
produzierte Mode anbieten.
Die Outdoorläden führen verschiedene Produkte mit dem Fairwear-Siegel. Welche Labels Fairwear-Marken führen, findet man hier: ​www.fairwear.org/brands

Politisch aktiv werden kann man z.B. bei der Kampagne für Saubere Kleidung, einem Netzwerk, dass sich seit Jahren für die Rechte der Arbeiter*innen in der internationalen Modeindustrie und für existenzsichernde Löhne einsetzt. https://saubere-kleidung.de/

Außerdem findet seit mehreren Jahren ​auch in Halle die Fashion Revolution Week​ mit verschiedenen Aktionen zum Thema Fast Fashion und Kleidung statt. Die Fashion Revolution Week 2020 wurde (wegen der Corona-Kontaktbeschränkungen) auf den Herbst verschoben. Geplant ist u.a. ein faires Modekaufhaus auf Zeit in der Innenstadt mit vielfältigen Aktionen.

Gebrauchte Kleidung in Altkleidercontainer​ zu entsorgen, ist eher ​nicht empfehlenswert​. Nur das Zeichen „Fairwertung“ an den Containern würde eine verantwortungsvolle Entsorgung garantieren. In Halle gibt es keine Container der „Fairwertung“.

Lieber gebrauchte Kleidung im Sozialkaufhaus, in Kleiderkammern oder im Umsonstladen abgeben oder bei Kleidertauschpartys oder Flohmärkten eintauschen. Kleiderkreisel und andere Portale für gebrauchte Kleidung sind ebenfalls eine gute Lösung.
Nachhaltig ist es auch, beim Kleidungskauf auf Second Hand Ware zurückzugreifen oder seine Kleidung, z.B. aus alten Kleidungsstücken selbst zu nähen. Außerdem kann man Kleidung natürlich​ reparieren​ oder reparieren lassen (in einer der vielen Änderungsschneidereien in Halle) oder auch etwas Neues daraus herstellen (​Upcyceln​). In verschiedenen Nähcafés (z.B. JUHU) in Halle kann man die Kenntnisse dazu erwerben.

Quelle: ​www.inkota.de

Auch interessant: https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/s01951_greenpeace_report_konsumkollaps_fast_fashion.pdf