Klimaschutzkonzept

Unser Statement zum Klimaschutzkonzept der Stadt Halle – Das angeblich in Zusammenarbeit mit FFF entstandene Klimaschutzkonzept ist entgegen unserer Forderungen immer noch nicht konkret formuliert. Halles Emissionen pro Kopf liegen zwar nach BISKO-Standard unter dem bundesweiten Durchschnitt, jedoch wird dabei einiges nicht berücksichtigt, weshalb das Klimaschutzkonzept unserer Meinung nach schon auf dem falschen Fundament aufbaut. Um das Pariser Klimaziel von 1,5° zu erreichen, müssen die jährlichen Emissionsreduzierungen schon anhand des BISKO-Standards verdoppelt werden. Liebe Stadt, das könnt ihr besser! Unser Forderungspapier finden Sie übrigens jederzeit unter https://fff-halle.de/forderungen/.

Anmerkungen der Scientists for Future zum Klimaschutzkonzept (Zusammenfassung): https://fff-halle.de/wp-content/uploads/2020/06/Anmerkungen-zum-KSK-FFF-Version-Stand-06-06-2020.pdf

Quellen

Video Klimaschutzkonzept der Stadt
Videobeitrag zur Klimabilanz Halle der Scientists for Future

Ab 4:26

Zu Abbildung 1: Vergleich Halle und Deutschland

Hertle, H., Dünnebeil, F., Gebauer, C., Gugel, B., Heuer, C., Kutzner, F. et al. (2014). Empfehlungen zur Methodik der kommunalen Treibhausgasbilanzierung für den Energie- und Verkehrssektor in Deutschland. ifeu – Insitut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH.

Zu Abbildung 4: Stadtfläche

Hertle, H., Dünnebeil, F., Gebauer, C., Gugel, B., Heuer, C., Kutzner, F. et al. (2014). Empfehlungen zur Methodik der kommunalen Treibhausgasbilanzierung für den Energie- und Verkehrssektor in Deutschland. ifeu – Insitut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH. S. 76

Danksagungen

Danke an die Students for Future, Scientists for Future und alle anderen Beteiligten fürs Mitmachen!

Ein großes Dankeschön auch nochmal an den Offenen Kanal Wettin, welcher uns freundlicherweise die Technik zur Verfügung gestellt hat und an das Riesenklein, bei denen wir drehen durften!

5 Jahre Pariser Klimaabkommen

Anlässlich des fünfjährigen Bestehens des Pariser Klimaabkommens finden am 11. Dezember weltweit Fridays for Future Proteste statt. Unter dem Motto #FightFor1Point5 organisiert auch die Gruppe Fridays For Future Halle am Abend des 11. Dezember 2020 um 19:15 Uhr eine Geburtstagsaktion für das Klimaabkommen auf dem Marktplatz. Während das Übereinkommen von Paris theoretisch großer Grund zum feiern ist, lässt bedauerlicherweise die tatsächliche Umsetzung der dort festgeschriebenen Ziele stark zu wünschen übrig. Aufgrund der aktuellen Situation werden wir mit Kerzen, statt mit einer großen Demo ein Zeichen dafür setzen, dass die Verpflichtungen aus dem Abkommen nicht vergessen werden dürfen.

Gemeinsam werden Aktivist*innen auf der ganzen Welt an diesem Tag sowohl mit unterschiedlichen coronakonformen Aktionen als auch online auf das globale Scheitern der bisherigen Bemühungen die Klimakrise einzudämmen aufmerksam machen. Sie fordern die Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze und eine Klimapolitik, die die bereits heute am stärksten von der Klimakrise betroffenen Regionen und Menschen in den Vordergrund rückt. Der Sonderbericht des Weltklimarats von 2018 zeigt den verheerenden Unterschied zwischen 1,5 und 2 Grad durchschnittlicher Erwärmung auf. Dementsprechend stellen sich Umwelt- und Menschenrechtsverbände hinter die 1,5-Grad-Grenze, da nur mitderen Einhaltung die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen gesichertwerden können.

„Meine Heimat, die Philippinen, wurden von Taifun nach Taifun getroffen. Der Kampf für 1,5 Grad ist existenziell für mein Überleben hier und das so vielerMenschen im globalen Süden. Wir wurden unterdrückt und ignoriert, aber wir werden niemals aufgeben. Menschen auf der ganzen Welt geben das Versprechen, weiter für die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels zu kämpfen, denn in den nächsten fünf Jahre muss sich so vieles ändern. Die nächsten fünf Jahredürfen klimapolitisch nicht so aussehen wie die vergangenen fünf Jahre“, sagt Mitzi Jonelle Tan, Aktivistin von den Philippinen.

Der Anlass der Proteste am 11. Dezember 2020 ist das fünfjährige Bestehen des Pariser Klimaabkommen am 12. Dezember 2020. An diesem Tag unterzeichneten, im Jahr 2015, 195 Staaten in Paris das größte bisherige Klimaabkommen. Durch dieses Abkommen verpflichten sich die Staaten die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad, wenn möglich 1,5 Gradzu begrenzen, um unumkehrbare Effekte durch das Überschreiten sogenannter „Kipppunkte“ im Klimasystem sicher zu verhindern. Im Rahmen dessen stellen die Staaten ihre Klimaziele vor, die alle fünf Jahre überprüft werden. Auch 2020 hielten nur wenige Länder ihre selbst festgelegten, oftmals unzureichenden Reduktionsziele ein. Das hat zur Folge, dass unsere Lebensgrundlage in der Luft steht. Um einem weiteren schlechten Verlauf entgegenzuwirken, fordern wir die Politik auf, jetzt zu handeln und sich klar zur Wissenschaft zu bekennen.

Weiterhin berät der Europäische Rat am 11. Dezember über das neue CO2-Reduktionsziel der Europäischen Union bis 2030. Dieser sieht eine Reduktion von 50-55% vor. Das Europäische Parlament hatte sich zuletzt im Oktober für ein Reduktionsziel in der Höhe von 60% ausgesprochen. Nach Wissenschaftlichen Grundlagen, sind mindestens 80% erforderlich, daher bieten diese Verhandlungen einen perfekten Zeitpunkt um sich für Paris einzusetzten und einen weiteren Schritt in die falsche Richtung zu vermeiden.

Schon seit der Gründung setzt die Fridays for Future Bewegung sich für Klimagerechtigkeit und für die Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze ein. In Deutschland fordert sie unter anderem Klimaneutralität bis 2035, sowie einen beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien mit vollständig klimaneutraler Energieversorgung ab 2035.

Das Vertrauen in die Politiker*innen sinkt weiter, so äußert sich auch Disha Ravi aus Indien:

„Ich habe keine Hoffnungen mehr in unsere Regierungen, deren Ignoranz für die Bedürfnisse der Menschen uns wieder und wieder in Gefahr bringt. Meine einzige Hoffnung liegt bei der Jugend: Wir werden uns zusammenschließen und eine gerechte und lebenswerte Zukunft erkämpfen.“

Wenn die Politik die Jugend also nicht verlieren möchte und sich zu unserer Zukunft bekämpft, müssen Sie jetzt handeln und nicht weiter maßgebliche Entscheidungen vertagen.

Um diese Botschaft noch einmal klar zu zeigen, laden wir alle ein vorbei zu schauen, haltet aber viel Abstand zu anderen Personen und denkt an die Maskenpflicht in der Innenstadt! Wenn ihr nicht kommen könnt, untersützt gerne unsere Online Aktionen!

Globale Veränderung – lokale Wirkung Wie der Klimawandel das Leben in Mitteldeutschland verändert

Ein wissenschaftlicher Diskurs zu den wichtigen Fragen unserer Zeit.
Freitag, den 06.11.2020, 17-18.30 Uhr

Bereits seit mehreren Jahren ist ein Anstieg an globalen wie an regionalen Hitzerekorden zu verzeichnen. Auch das Jahr 2020 macht hierbei keine Ausnahme. Zugleich erlebte Sachsen-Anhalt in diesem Jahr den dritten Dürresommer in Folge. Hängen diese Phänomene zusammen? Spüren wir hier in Mitteldeutschland bereits die ersten Konsequenzen des Klimawandels?  

Wir laden euch gemeinsam mit der Leopoldina am 06.11.2020 17 Uhr zu einer virtuellen Diskussionsveranstaltung zum Thema „Globale Veränderung – lokale Wirkung. Wie der Klimawandel das Leben in Mitteldeutschland verändert“ ein, um diesen Fakten auf den Grund zu gehen. Dazu werden wir vier Expert*innen miteinander und mit euch ins Gespräch bringen. Die Diskussion soll sich um vier Fragenkomplexe nach den konkreten lokalen Auswirkungen der globalen Klimakrise drehen:  

  1. Mit welchen Methoden lassen sich lokale Wetterphänomene mit dem Klimawandel in Beziehung setzen? 
  2. Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf die Ökosysteme in Mitteldeutschland jetzt und in absehbarer Zukunft?  
  3. Welche wirtschaftlichen Auswirkungen gibt es bereits heute und mit welchen ist zukünftig zu rechnen?  
  4. Welche politischen Gestaltungsmöglichkeiten haben wir, um den Klimawandel noch zu begrenzen und um mit seinen Auswirkungen umzugehen? 

Vorab wird Stefan Rahmstorf (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung) in einem kurzen Impulsvortrag eine gemeinsame Ausgangsbasis für die Podiumsdiskussion schaffen.

Unsere Gäste sind:

Claudia Dalbert (Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen- Anhalt)
Stefan Rahmstorf (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung) 
Ernst Rauch (Chef-Klimawissenschaftler Munich RE)  
Josef Settele (Umweltforschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft) 

Während der Publikumsdiskussion habt ihr die Möglichkeit den Expert*innen eure kritischen Fragen zu stellen!

Online unter:

ZOOM: https://us02web.zoom.us/j/84580250865  (keine Registrierung erforderlich)
oder
Youtube Kanal von Fridays for Future Deutschland: https://youtu.be/CcqomZYrqx4

Wir freuen uns auf euch!

LuWu frei(t)räumen

LuWu Frei-Träumen, LuWu Freiräumen: Freitag, 25.9.2020, 15:00 – 20:00 Straßenfest, Demo (FFF und ADFC Halle/Saale)

Die Ludwig-Wucherer-Straße ist geprägt vom Spannungsfeld zwischen einerseits wichtigem städtischem Lebensraum mit Restaurants, Lebensmittel- und anderen Geschäften und andererseits wichtigem Verkehrsraum für alle halleschen Verkehrsarten. An vielen Frühlingsabenden ist dort viel mehr Leben als auf dem Boulevard oder dem Markt.

Am Freitag, dem 25.9.2020, wollen Fridays for Future und der ADFC Halle/Saale praktisch ausprobieren und erfahrbar machen, wie wertvoll dieser Straßenraum ist. Es geht dabei um eine Mischung aus politischer Demonstration, Straßenfest, Diskussionen, Vorträgen, praktischem Ausprobieren. Die Demonstrationen beschränken sich auf die Fahrbahn Richtung Nordwesten (Reileck). Wir als Fridays for Future fordern seit vielen Monaten die Verkehrswende. Die LuWu liegt am Rand der Innenstadt, die autofrei werden soll. Wie sich die Mobilität in der Stadt auf die verschiedenen Verkehrsmittel verteilt, hängt sehr von deren jeweiliger Attraktivität ab, also auch von der Verteilung von Platz und Investitionen, mit der Sicherheit an Kreuzungen, mit der Geschwindigkeit.

Das große Straßenbahnnetz bietet Halle eine gute Ausgangsposition. Aber nur im Verbund mit den anderen emissionsarmen Verkehrsmitteln (Wege zu Fuß, per Rad, im ÖPNV oder per Carsharing) kann der energieintensive Kraftverkehr schnell genug reduziert werden. Die notwendigen Emissionsreduktionen, um das 1,5 Grad Ziel einzuhalten, sind nur mit einer starken Verlagerung weg vom Kraftverkehr hin zum Umweltverbund möglich.

Der ADFC fordert bundesweit „Mehr Platz für’s Rad“. Die LuWu ist gleichzeitig eine der Hauptstrecken des halleschen Radverkehrs und Unfallschwerpunkt. Weil der aktuelle Zustand eindeutig (amtlich bestätigt) nicht regelkonform ist, wird eine bessere und sicherere Verkehrsführung gefordert: Tempolimit von 30 km/h, Möglichkeit der Fahrbahnnutzung, bessere Sichtbeziehungen an den Kreuzungen (Kreuzungsbereiche freihalten), vorgezogene Aufstellflächen vor den Ampeln. Insbesondere ab dem Bäcker Wendt Richtung Edeka sind die Zustände für Rad- und Fußverkehr eine Zumutung, aber auch an anderen Stellen behindern Parkflächen Fußgänger und Geschäfte (zum Beispiel am Eisdealer) – diese Demonstration findet im oberen Teil vom „Evergreen“ bis zur Goethestraße statt.

Der FFF- Teil ist eher im Bereich des Eisdealers bis zur Buchhandlung “heiter bis wolkig” und bietet eine Vielfalt aus Musik, Informationen zum Verkehr, Spiel und Spaß für Kinder, Vorträgen und Diskussionen. Falls Sie oder Ihr dort etwas einbringen wollt, einen Infostand oder einen Diskussionstisch, eine Rede oder ein Rezept, wie man leckeres Essen aus pflanzlichen Zutaten zaubert, einen Plan für das hallesche Parkplatzproblem oder das Radwegenetz, oder die Perspektive von Menschen, die auf das Auto angewiesen sind, können Sie sich zur Koordination gern melden bei Frei.T.Raeumen@fff-halle.de

Oder Sie oder Ihr kommt einfach vorbei, bringt gute Laune und eine Tasse oder einen wiederverwendbaren Becher mit, einen Teller und Besteck, vor allem aber Neugierde und Offenheit.

#KeinGradWeiter: Globaler Klimastreik am 25. September 2020

Weltweit brennen die Wälder, in Kalifornien sind so große Waldflächen verbrannt[1] wie seit Jahrtausenden nicht, der Himmel war großflächig orange. Marsstimmung.

In Sibirien taut der Permafrost und im tiefen Boden aufploppendes Methan reißt explosionsartig riesige und tiefe Krater auf[2], immer mehr “Tore zur Unterwelt”. Und auch dort brennen die Wälder. Im Polarkreis an der Küste des sibirischen Polarmeers waren 37 Grad Hitze, Tropennächte mit über 20 Grad Lufttemperatur, eine Hitzewelle über mehrere Monate. In den USA ist innerhalb von 2 Tagen aus einer Hitzewelle mit über 30 Grad der Winter mit Schnee und Minusgraden hereingebrochen.

Willkommen im neuen Jahrzehnt.

Also das neue Normal? Nein, so lange wir weiter Kohle, Erdöl und Erdgas verfeuern, wird es mit jeder Tonne schlimmer und schlimmer. Wir katapultieren uns aus dem Holozän heraus, aus dem Erdzeitalter, in dem die menschliche Zivilisation entstand und aufblühte, in dem Ackerbau und Viehzucht möglich wurden.

Wollen wir das?

KEIN GRAD WEITER!

Um diese Entwicklung[3] zu stoppen, können wir nicht auf die Vernunft der Politiker*innen hoffen. Das ist spätestens mit den letzten 100 Wochen Klimastreik der Jugend klar geworden. Schöne Worte gab es viele, aber Taten fehlen.
Warum dann überhaupt noch demonstrieren?
Weil wir keine Alternative haben, als der Politik weiter und immer mehr Druck zu machen. Unsere Zukunft ist nicht verhandelbar, das Klima macht keine Kompromisse!
In Halle gibt es am 25.9. ein Konzert, eine Demo, und ein großes Klima-Straßenfest in der LuWu. Um uns alle zu Schützen, findet der Protesr Corona-sicher statt, bringt Mundschutz mit und haltet Abstand.

Um der Politik so richtig Druck zu machen brauchen viele Menschen, also erzählt allen davon, von euren Großeltern bis zu allen Menschen auf der Straße, erzählt Ihnen vom Streik und bringt sie mit!

Quellennachweise

[1] https://www.sfchronicle.com/california-wildfires/article/The-day-the-sun-didn-t-come-up-People-in-15554470.php?utm_campaign=CMS%20Sharing%20Tools%20(Premium)&utm_source=t.co&utm_medium=referral

[2] https://siberiantimes.com/other/others/news/giant-new-50-metre-deep-crater-opens-up-in-arctic-tundra/

[3] https://www.helmholtz-klima.de/aktuelles/klimawissen-aktuell-neues-faktenpapier-erschienen

Nächste Demo 10.07. 14 Uhr

Am Freitag hat die „GroßeKohleKoalition“ das Kohleaussteigsgesetz verabschiedet. Dieses hat seinen Namen nicht verdient, sondern sollte eher Kohleverlängerungsgesetz heißen. Denn entgegen der Forderungen der Klimabewegung und der Wissenschaft will die Bundesregierung erst 2038 aus der Kohle aussteigen und hat dies jetzt im Gesetz verankert.

Das ist nicht hinnehmbar und ein Schlag ins Gesicht der Millionen Menschen, die seit Jahren auf die Straße gehen und einen Ausstieg aus der Kohle fordern. Diese Verabschiedung zeigt uns, dass die GroKo weiterhin die Jugend ignoriert und die Konzerninteressen über die Zukunft stellt.

Dieses katastrophale Gesetz macht es nahezu unmöglich das Pariser Klimaabkommen einzuhalten. Im Gesetz sind neben einem Abschaltplan auch Entschädigungen in Milliardenhöhen für die klimaschädlichen Unternehmen, die Kohlekraftwerke betreiben, vorgesehen. Ohne die staatlichen Anreize wären einige der Kraftwerke bereits sehr viel früher vom Netz gegangen, da diese alt und unwirtschaftlich sind. Durch das Kohlegesetz wird zwanghaft an der Kohle festgehalten.

Für uns ist das nicht tragbar, deshalb werden wir weiter ungemütlich sein, um endlich Maßnahmen für eine ökologische und gerechtere Zukunft umzusetzen.  Klimagerechtigkeit ist für Fridays for Future schon länger ein Thema, jedoch spielen soziale Themen immer nur eine Nebenrolle, obwohl die Klimakrise ein soziales Problem ist. 

Aus diesem Grund werden wir am 10.07. gemeinsam mit vielen anderen engagierten Menschen und Gruppen aus Halle auf die Straße gehen, um für soziale Gerechtigkeit und globale Klimagerechtigkeit zu demonstrieren. Die Klimakrise ist in vielen Aspekten eine soziale Krise, da sie unterdrückte Menschen mehr trifft, vorhandene Krisen verstärkt und Ausbeutungen und Vertreibungen ausweitet.

Auch gesundheitliche Folgen werden zu einer Krise führen. Hinzu kommt, dass viele Menschen, obwohl sie wenig zur Klimaerwärmung beitragen, stärker von der Krise betroffen sind und teilweise jetzt schon oder in Zukunft ihre Heimat verlassen müssen.
In diesem Jahrhundert wird es hunderte Millionen Klimaflüchtlinge geben, wodurch eine starke soziale Krise folgen wird. Für klimaschädliche Industrien werden im globalen Süden Menschen ausgebeutet und vertrieben, um für europäische Konzerne Profite zu erzielen. Das muss ein Ende haben. Menschenrechte müssen endlich über Profite gestellt werden. Viele unterschiedliche Aspekte spielen in diesem sehr breiten Thema eine Rolle und werden auf unserer Demo einen Raum finden.


Die Klimakrise ist eine soziale Krise - soziale Ungerechtigkeiten bekämpfen. Klimagerechtigkeit jetzt.

Dafür demonstrieren wir am 10.07. ab 14 Uhr auf dem Hallmarkt. Anschließend werden wir über eine Route durch die Innenstadt ziehen. Kommt gerne vorbei und leistet euren Beitrag für eine nachhaltigere Zukunft.

Bitte achtet auf Abstände und das tragen einer Mund-Nasenschutz-Bedeckung, denn die Pandemie ist noch nicht vorbei!

KohleEINstiegsgesetz verhindern

Am 03. Juli 2020 steht im Bundestag das Kohleausstiegsgesetz auf der Tagesordnung. Das Gesetz soll die Empfehlung der 2018 eingesetzten Kohle-Kommission umsetzen. In diesem mit Intransparenz und Lobbyismus durchzogenen Prozess wurde sich auf das Abschalten aller Kohlekraftwerke bis 2038 geeinigt.
Um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen und nicht radikale Umweltveränderungen loszutreten, müssen wir unsere gesamten (Netto-)Emissionen bis spätestens 2035 auf null senken. Von anderen C02-Schleudern ganz zu schweigen, ist schon allein deshalb 2038 viel zu spät.
Außerdem sieht das Gesetz vor, die abgeschalteten Kapazitäten durch neue fossile Gaskraftwerke zu ersetzen. Das nimmt Raum, der von erneuerbaren Energien gefüllt werden könnte.
Außerdem ist geplant die Kraftwerksbetreiber mit 4,3 Mrd. Euro zu entschädigen, für zumeist uralte Kraftwerke, welche sowieso bald unrentabel und von selbst vom Netz gegangen wären.
Dadurch wirkt es nicht wie Kohleausstiegs-, sondern wie ein Kohleverlängerungsgesetz. Das viele Geld für alte Kraftwerke sollte man lieber den Menschen geben, die ihre Arbeit verlieren und den Strukturwandel befördern.

Kohleausstieg 2038 bedeutet, dass weitere 18 Jahre lang Dörfer verschwinden, Menschen ihre Heimat verlassen müssen und weiterhin Wälder Tagebaugruben weichen. Außerdem werden weitere 18 Jahre Quecksilber und viele weitere Schadstoffe aus den Kohlemeilern die Gesundheit von Menschen verschlechtern und Deutschland wird auch zukünftig auf irrsinnige Kohleimporte aus Russland, Kolumbien und Australien angewiesen sein.
Deshalb fordern wir einen Kohleausstieg bis spätestens 2030, wie es andere europäische Saaten vormachen. Zusätzlich zum Ausstieg brauchen wir einen Einstieg in erneuerbare Energien in Form einer massive Förderungen, um Solar- und Windenergie ausreichend ausbauen zu können. Denn statt Kohle Gas zu verbrennen, ist keine Alternative, wenn man den Planeten erhalten will, wie wir ihn kennen.
Etwas zu tun ist nicht schwer. Redet darüber mit Freunden oder eurer Familie davon und schreibt einen Nachricht an euren Abgeordneten oder Abgeordnete. Helft mit Zukunft zu gestalten. Schließt euch den zahlreichen Protesten gegen das Kohlegesetz an und kommt am Freitag, den 03.06., um 17 Uhr auf den Marktplatz zu unserer Fahrraddemo und schließt euch anschließend der Critical Mass an.

Kohleausstieg im europäischen Vergleich:

2022: Frankreich, Schweden

2025: Österreich, Irland, Italien, Großbritannien

2029: Finnland, Niederlande

2030: Dänemark, Portugal, Spanien

2038: Deutschland

Antirassismus und System Change

Leider sind rassistische Gewalttaten und Morde in der Polizei Alltag. Auch im alltäglichen Leben werden äußerliche Merkmale zum Anhaltspunkt schärferer Kontrollen. Dies alles zeigt, dass der Rassismus ein strukturelles Problem ist. Die Klimakrise hat ihren Ursprung in kolonialistischen Strukturen und ausbeuterischen Industrien, die gleichen Wurzeln wie auch beim Rassismus. Klimagerechtigkeit heißt die Klimakrise als soziales Problem zu begreifen und es auch als solches bekämpfen. Für uns sind weltweite Solidarität und Antirassismus Grundlagen unseres Aktivismus. Aus diesen Gründen stellen wir uns deutlich gegen rassistische Polizeigewalt und solidarisieren uns mit den weltweiten Antirassismus und #BlackLivesMatter Protesten.

Doch nicht nur das: Aktivist*innen, die sich mit ihren Körpern gegen eine zukunftsschädigende Industrie stellen, werden vom Verfassungsschutz als linksextrem eingestuft, weil sie Kritik am bestehenden System üben. Doch viele Beispiele zeigen: Diese Kritik ist berechtigt. Ein #SystemChangeNotClimateChange ist notwendig, um effizienten Klimaschutz und globale Klimagerechtigkeit zu erreichen.

Wir zeigen uns solidarisch mit Ende Gelände und kämpfen gemeinsam mit ihnen für eine lebenswerte Zukunft und eine gerechtere Gesellschaft. Eure Blockaden sind ein wichtiges Mittel, um die Politik wachzurütteln und bleiben weiterhin notwendig. Das Kohlegesetz zeigt, dass wir dringend einen Wandel brauchen. Die Zukunft ist nicht verhandelbar – Klimagerechtigkeit jetzt!